Herausforderung - Überwindung - Stolz

Aktualisiert: 4. Aug.

Die Nacht vergeht ohne größere Zwischenfälle, lediglich ein nächtlicher Toilettengänger scheint etwas Konfetti auf seinem Weg verloren zu haben.

Heute steht der Besuch des Hochseilgarten in Scharbeutz auf dem Programm, für viele eine Herausforderung. Doch die erste Herausforderung beginnt bereits beim Wecken, es ist etwas früher als sonst und erfordert höchste Konzentration! Außerdem muss bereits alles für den Hochseilgarten "am Mann oder an der Frau" sein. Nächster Stresstest: zusätzliche Brötchen für Mittags schmieren! Das heißt mehr Brötchen, mehr Butter, mehr Wurst, Käse, Schoki... aufs Tablett. Das gelingt nicht auf Anhieb, sodass ein reger Verkehr zwischen Essenausgabe und Speiseraum herrscht. Auch die Mitnahme von Müsli mit Milch für das Lunchpaket in einer Brötchentüte erscheint nicht zwingend sinnvoll.

Paul bekommt als Ausbilderaufgabe ebenfalls eine Herausforderung: sie darf nicht sprechen - eine unlösbare Aufgabe!

Trotz aller Widrigkeiten können wir pünktlich die Jugendherberge verlassen.

Nach einer Dreiviertelstunde erreichen wir Scharbeutz. Nach einer kurzen Einweisung, bei der alle sehr gut zuhören, startet für einige die größte Herausforderung des Tages - das Klettern!

Gestartet wird zur Eingewöhnung auf dem niedrigsten Parcours. Die Unterschiede in der Geschwindigkeit sind groß und reichen von "ich bin da mal weg" bis "ich weiß nicht, ob ich es heute bis zum Ende schaffe"! Das Grandiose dabei: Alle nehmen Rücksicht, keiner stresst, es wird unterstützt, wo Hilfe oder gute Worte gebraucht werden - das ist gelebte Kameradschaft! Alle Ausbilder und Kids, die Klettern wollen, schaffen die erste Runde und für viele ist es eine völlig neue Erfahrung sich derartigen Herausforderungen zu stellen und sie zu überwinden. Während einige schon in deutlich höheren Sphären schweben, nehmen andere noch einmal die Startrunde.

Viele trauen sich mehr und wagen den Schritt in die nächste Ebene. Auch wenn einige die Bahn nicht bis zum Ende schaffen, umkehren müssen oder früher absteigen, alle haben Grenzen überschritten und können stolz auf sich sein - wir sind es!

Unsere kleine Liz geht mit Paul viel weiter als wir alle gedacht haben, Wilhelm und Lena schaffen gemeinsam mit Marthe und Björn eine hohe, schwierige Bahn und auch andere schaffen mit Unterstützung und Ermutigung durch die Ausbilder super Leistungen.

Nach drei Stunden Kletterei wird gemeinsam im Wald gegessen und vielen Kids kann man den Stolz in den Augen ansehen.

Auf der Rückfahrt gibt eine handverlesene Auswahl an Sängerinnen um den Womanizer Malte in unserem MZF eine ausführlich Gesangsprobe - nicht schön aber laut, nicht textsicher aber auch das spielt keine Rolle, Hauptsache die Stimmung ist gut! Zurück in Malente gibt es - endlich etwas Essen - Obst, Gemüse und Kuchen. Wie immer wird bis zum letzten Keks und bis zur letzten Gurke alles weggeschrottet, Bewegung und frische Luft machen hungrig.

Bis zum Abendbrot werden in unregelmäßigen Abständen die Tagesaufgaben für die Bewertung mehr oder weniger erfolgreich erledigt und es wird wieder am Insektenhotel gewerkelt, Steine bemalt, eine Schatzsuche gemacht und die Fotos gemacht.

Da der Erschöpfungszustand relativ hoch ist, klingt der Tag entspannt mit Kartenspielen, oder gemütlichen Runden zum Schnacken aus. Zur späten Stunde gibt es dann Freudentänze bei den jungen Damen. Aus drei Zimmern werden zwei. Eileen und Lena ziehen in die anderen Mädchenzimmer. Eingeteilt waren die Mädels nach Alter aber es zeigt sich zu unserer Freude, dass alle miteinander können egal in welchem Alter und außerdem bringt es in einem Viererzimmer mehr Spaß als in einem Zweier. Die Nacht bleibt ruhig, die nächtliche Hausbelegung einiger Herren fällt aus, da ein Weckversuch um 03:30 kläglich scheitert....

Zusammenfassung des Tages: Grenzen überschritten, Kameradschaft gelebt, Spaß gehabt, wie immer viel gelacht und das Selbstbewustsein mit Stolz gestärkt!
































































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